Was tun, wenn Ebola nach Deutschland kommt?

| 1. Oktober 2014 | Keine Kommentare

Erst vor wenigen Tagen gab es im Fernsehen eine Dokumentation über Ebola. Ein amerikanischer Soldat war nach Hause gereist und hatte dabei das Ebola-Virus in die Vereinigten Staaten eingeschleppt. Er hatte nach der Ankunft in den Staaten mit seiner Freundin geschlafen und zahlreiche Kontakte mit anderen Menschen gehabt. Dann brach Ebola aus – und die Dokumentation zeigte mit eindrucksvollen Bildern den Verlauf der Erkrankung.

 

In Zeiten des modernen Flugverkehrs ist es keine Frage, ob Ebola nach Deutschland kommt. Die Frage ist: Wann kommt Ebola nach Deutschland. (Foto: Screenshot Beitrag CNN)

In Zeiten des modernen Flugverkehrs ist es keine Frage, ob Ebola nach Deutschland kommt. Die Frage ist: Wann kommt Ebola nach Deutschland. (Foto: Screenshot Beitrag CNN)

Aus der Fiktion der Dokumentation ist nun erschreckende Realität geworden. In Texas liegt ein Mann im Krankenhaus, der erst am 19./20.  September aus Liberia in die Staaten geflogen ist. Erst am 24. September begann der Mann sich schlecht zu fühlen. Am 26. September ging der Mann zum Arzt, wurde aber nicht auf Ebola getestet.  Und am 28. September liess er sich nochmal untersuchen, wobei dann die Ebola-Infektion festgestellt und der Mann ins Karnkenhaus gebracht wurde.

Beamte überprüfen nun jeden Kontakt, den der Mann in den acht Tagen hatte. Das Problem ist nämlich, dass die Symptome der Ebola Erkrankung erst zwei bis einundzwanzig Tage nach Ansteckung starten.

Als erste Symptome gelten Fieber, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Muskelschmerz, Kopfschmerzen und ein trockener, gereizter Rachen. Nun kann man diese Symptome natürlich auch gut mit einem Jetlag nach dem langen Flug verwechseln – und das ist die Gefahr dabei. Denn Ebola wird erst übertragen, wenn die Symptome eingesetzt haben. Der Mann war also vom 24. bis 28. September mit seiner ansteckenden Krankheit unwissend unterwegs.

Die Übertragung erfolgt allerdings nur beim direkten Kontakt über Körperflüssigkeiten, wie zum Beispiel Blut, Speichel, Schweiss und Sperma. Gut: Eine Übertragung durch die Luft ist ausgeschlossen. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir bei unseren Überlegungen berücksichtigen müssen.

Was tun, wenn Ebola nach Deutschland kommt?

Ebola wird nach Deutschland kommen, das lässt sich heutzutage aufgrund des Reiseverkehrs nicht verhindern. Man kann auch nicht einfach alle Flüge von den Regionen verbieten, in denen Ebola ausgebrochen ist. Wenn in Deutschland das Ebola-Virus mit einem Flugpassagier gelandet ist, kommt es zunächst auf dessen Verhalten an. Er weiß ja, dass er aus einem Gebiet kommt, in dem eine Ansteckungsgefahr bestand und er weiß hoffentlich auch, welche Symptome auf ein Ausbrechen der Infektion hindeuten. Es wäre wichtig, dass er zum Arzt geht, wenn Symptome auftreten und dabei auch erzählt, aus welchem Land er gerade gekommen ist. DEnn, wie bereits in Amerika geschehen, können die ersten Anzeichen der Krankheit auch falsch interpretiert werden.

Sobald feststeht, dass der Betroffene an Ebola erkrankt ist, wird er auf eine Isolierstation im Krankenhaus gebracht und man wirds versuchen, alle Kontakte zu informieren, die die Person in den letzten Tagen hatte. Diese erweiterte Gruppe wird dann unter Beobachtung gestellt. Wir wissen ja bereits, dass Ebola erst ansteckend ist, wenn sich erste Symptome zeigen. Und wir dürfen auch annehmen, dass die Krankheit sich in Deutschland und Europa nicht so schnell ausbreitet, wie in den jetzt so stark betroffenen afrikanischen Ländern. Das hat mit vielen Faktoren zu tun. Zum Beispiel mit medizinischer Versorgung auf dem Lande, mit den hygienischen Umständen und auch mit Verhaltensweisen der Menschen. Wenn zum Beispiel Ebola-Betroffene in der Familie versteckt werden, ist natürlich das Ansteckungsrisiko für die Verwandten erhöht.

Man wird also bei uns versuchen, potenziell Angesteckte möglichst schnell ausfindig zu machen und zu überwachen. Damit will man der weiteren Ausbreitung vorbeugen.

Sollte das wider Erwarten nicht erfolgreich sein, sollte man

  • Ruhe bewahren, nicht in Panik verfallen
  • alle Menschenansammlungen meiden
  • keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen
  • Berührungen von Gegenständen vermeiden, die von anderen auch berührt werden
  • andere Menschen nicht berühren (denn das Virus kann schon beim Händeschütteln über den Schweiß in kleine Wunden übertragen werden)
  • Erbrochenes und weitere Körperflüssigkeiten anderer nicht berühren (zum Beispiel in Gaststätten oder in öffentlichen Gebäuden, wie Bahnhöfen, Flughäfen, etc.)
  • bei Verdacht auf Ebola bei anderen oder sich selbst sofort professionelle, medizinische Hilfe in Anspruch nehmen

Es ist nicht zu erwarten, dass Ebola in Deutschland eine Ausbreitung wie in Afrika schafft, deshalb ist die Gefahr für den Einzelnen relativ gering. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen noch einige Panikmache erleben. Wer sich aber an die Regeln oben hält, wird nichts zu befürchten haben.

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Kategorie: Allgemein

Über den Autor ()

Der Betreiber von Deutsche-Prepper.de ist die Avandy GmbH, die als Kommunikationsagentur Unternehmen und Instititutionen in der Krisenprävention, dem Management von Krisen und der Reduzierung negativer Auswirkungen von Krisen berät. Das Unternehmen betreibt auch die Webseite rueckrufe.net. Gründer und Geschäftsführer Markus Burgdorf gilt als Krisen-Experte.

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