Wie lange hält sich eigentlich Wasser in Flaschen oder Kanistern?

| 19. Januar 2015 | 2 Kommentare

In einem Gespräch heute kam die Frage auf, wie lange sich Wasser eigentlich hält. Eigentlich denkt man ja, dass Wasser in Flaschen unbegrenzt haltbar sein müsste. Doch dem ist leider nicht so. Ich möchte Euch deshalb ein paar Tipps zum Thema Wasser geben.

Wasser ist für Prepper stets ein wichtiges Thema. Obwohl man meinen könnte, dass Wasser ja aus dem Hahn kommt und man sich insofern auf einen Wassermangel nicht einstellen müsse, sieht die Realität leider anders aus. In einem Notfall rechnen viele mit dem Ausfall der Elektrizität – und allein ein Stromausfall in einer Region bringt ganz schnell auch die für die Wasserversorgung zuständigen Wasserwerke zum Erliegen, den diese brauchen Elektrizität für ihre Pumpen. Und dabei rede ich nicht einmal von einer Kriegssituation. Hier wissen wir ja mittlerweile, dass bei einem Cyberkrieg die Versorgung nahezu aller Energieversorger über bereits eingeschleuste Malware in den Computersystemen deren Ausfall oder besser gezielte Abschaltung vorgesehen ist. Zudem steht das Vergiften von Trinkwasser bereits seit Jahrzehnten in den Anweisungen von Spezialeinheiten, die im Feindesland operieren sollen. Ich habe bereits in den 80ern an Bundeswehrübungen teilgenommen, wo genau dieses Szenario als Aufgabe gestellt war.  Man kann sich also in kritischen Situationen nicht auf eine funktionierende Versorgung mit Trinkwasser verlassen, bzw. wird diese nach kurzer Zeit zusammenbrechen.

In der Vorbereitung auf eine mögliche Ausnahmesituation oder einen Notfall spielt die Versorgung mit Trinkwasser eine besondere Rolle. (Foto: fotolia/lassedesignen)

In der Vorbereitung auf eine mögliche Ausnahmesituation oder einen Notfall spielt die Versorgung mit Trinkwasser eine besondere Rolle. (Foto: fotolia/lassedesignen)

Deshalb ist es wichtig, dass man im eigenen Haushalt ausreichende Wasservorräte anlegt. Ich habe in einem früheren Beitrag mal geschrieben, dass man beim Einkaufen stets einen Wasserkasten mitnehmen sollte, um so nebenbei und ohne größere Schlepperei einen Wasservorrat aufzubauen.

Hier sollte man Wasser in Glasflaschen bevorzugen, denn in Glasflaschen hält Wasser bei kühler und dunkler Lagerung bis zu drei Jahre. Die so in Mode gekommenen PET-Flaschen sind für eine längere Wasserlagerung weniger geeignet, in ihnen verdirbt das Wasser eventuell schon nach einem Jahr. Zudem schmeckt das Wasser schlechter, da sich Acetaldehyd in geringen Mengen aus dem Poly-Ethylen-Terephthalat (PET) löst und in das Wasser übergeht. Auch aus der Umgebung können Geruchsstoffe durch das PET in das Wasser gelangen.

Ein weiterer Punkt für die begrenzte Haltbarkeit von Wasser in Flaschen oder Kanistern ist, dass das Wasser nicht komplett keimfrei ist. Und so können sich die Keime im länger aufbewahrten Wasser vermehren und das Wasser ungenießbar machen.

Grundsetzlich empfehle ich ja die „gemanagte Vorratshaltung“, bei der man stets darauf achtet, die Vorräte frisch zu halten, indem man die zuerst ablaufenden Vorräte ersetzt und so dafür sorgt, dass man im Ernstfall nicht mit Massen abgelaufenen und unter Umständen verdorbenen Vorräten dasteht.

Wenn man im Notfall dringend Wasser benötigt, kann man das in der Regel auch auch aus dem nächsten Kleingewässer (Bach oder Teich) holen, muss es aber auf jeden Fall gut abkochen, damit Mikroorganismen abgetötet werden. Bei Flüssen und großen Seen wäre ich vorsichtig, da nicht auszuschließen ist, dass es dort chemische Verunreinigung gibt. Sollte das Wasser trübe sein, kann man es durch Stoff filtern oder mit unbegrenztr haltbaren Kaffeefiltern von Schwebteilchen befreuen.

Amerikanische Prepper setzen seit jeher auch auf Wasseraufbereitungs- bzw. Wasserreinigungstabletten. Mit ihnen kann man pro Tablette einen Liter Wasser trinkbar machen. Die Tabletten töten Bakterien, Pilze und Amöben ab, welche gefährliche Magenprobleme, Durchfall etc. verursachen können. Ein Vorrat dieser Tabletten (mindestens 500 Stück) sollte als Ergänzung zum sicher beschränkten Trinkwasservorrat gehalten werden.

Wichtig: Nur weil Wasser im Normalfall günstig und nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht, sollte man die Gefahren durch Wassermangel im Krisenfall nicht unterschätzen. Jeder Haushalt sollte pro Person 300 Liter Wasservorrat haben oder zumindest versuchen, so nah wie möglich an diese Zahl zu kommen. Man kann das leicht ausrechnen: Pro Tag braucht man pro Person allein 2 Liter Wasser zum Trinken, weiteres Wasser wird zum Kochen verwendet und für die Körperpflege.

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Kategorie: Vorsorge

Über den Autor ()

Der Betreiber von Deutsche-Prepper.de ist die Avandy GmbH, die als Kommunikationsagentur Unternehmen und Instititutionen in der Krisenprävention, dem Management von Krisen und der Reduzierung negativer Auswirkungen von Krisen berät. Das Unternehmen betreibt auch die Webseite rueckrufe.net. Gründer und Geschäftsführer Markus Burgdorf gilt als Krisen-Experte.

Kommentare (2)

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  1. Armin sagt:

    Gibt es hygienisch unbedenkliche Lösungen, bei denen Leitungswasser in entsprechend großen Behältern aufbewahrt wird und sich regelmäßig erneuert? Im Krisenfall wäre das dann für eigene Quelle.

    Simpel gesprochen ein 500 l Tank, der zwischen der Hausversorgung und einer Bezugsstelle liegt und bei verbrauchtem Wasser frisches nach bekommt. Oder zwei Tanks, so dass immer eine komplett leer gemacht wird, dann wechseln.

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